Die Zigarre und das „Warum“

Kaffeetasse und Zigarre

Ich bin sicher wir alle haben einen Grund, oder sogar mehrere warum wir uns entschlossen haben den Genuss durch eine Zigarre zu zelebrieren. Bei mir waren es meine Großväter, die mir schon früh beibrachten, dass Rauchen ein Genuss sein kann, wenn man es mit Stil tut. Ich bin mir der gesundheitlichen Schäden – wie, so denke ich jeder Raucher – natürlich bewusst, doch diese Momente, die mir durch die Zigarre „wieder gegeben“ werden, machen es wert auf ein paar Jahre zu verzichten.

Viele Menschen können das nicht verstehen, das ist auch in Ordnung, lediglich die daraus resultierende Bevormundung ist nicht in Ordnung. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns zu Vieles aus der Hand nehmen lassen. Keine Sorge, ich fange jetzt nicht an zu politisieren. Ich habe mich entschlossen diesen Blog zu starten, weil ich Menschen an meinem Genuss teilhaben lassen möchte. Ich schreibe hier nicht nur, weil ich meine Meinung zum Besten geben möchte, sondern meine Intention ist es, Texte über den Genuss zu verfassen, die vielleicht auch jemand schön, oder interessant findet, der Nichtraucher oder Nichtraucherin ist.

Selbstverständlich ist bloggen auch immer von einer Art Selbstdarstellung begleitet. Das ist in der heutigen Zeit nichts Ungewöhnliches, denn wir alle lieben es unser Leben von der schönen Seite in die sozialen Medien zu tragen.

Als mich die Zigarre fand

An meine erste richtige Zigarre erinnere ich mich genau, ich kaufte sie in einem altehrwürdigen Geschäft, in der Wiener Innenstadt und schmauchte sie anschließend in einem Wiener Kaffeehaus und ich hatte das Gefühl, dass meine Großväter mir dabei über die Schultern blickten. Mein Vater war lange Jahre Pfeifenraucher und auch das hat mich geprägt. Für mich war der Tabakgenuss immer etwas, das für Grübler, Dichter und Denker vorbehalten ist, ein Klischee von dem ich immer noch gerne hätte, dass es der Wahrheit entspricht. Aber im Endeffekt half mir das Genuss-Rauchen zu mir zu finden. Jeder Mensch hat seine eigenen Hilfsmittel, wie er oder sie das macht.

Für mich ist das Hinsetzten am Abend und das begleitende Rauchen eine Möglichkeit vom Tag Abstand zu nehmen, von all den Dingen, die uns den Blick für das Wesentliche rauben. Ich sitze einfach da und mir wird bewusst, dass noch Zeit vorhanden ist und anstatt diese Zeit wieder mit Tätigkeiten zu füllen, entscheide ich mich für die Stille und die Gelassenheit. Zug um Zug lege ich alles ab an Last, was mich tagsüber beschwert hat.

Glücklicherweise gibt es für jede Stimmung die passende Zigarre und das Schöne ist, dass immer wieder Neues entdeckt werden kann. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, dass es nicht um die Suche nach „der einen“ Zigarre geht, sondern, dass die Reise das Ziel ist, genau die Entdeckungen, die man während ihr macht, sind das Ziel.

Deshalb kann ich jedem Anfänger nur folgendes raten:

  • Verlass dich auf deinen Geschmack!
  • Einfach probieren!
  • Genieß deine Reise!

Schattenseiten

Wir haben alle verschiedene Geschmäcker und es gibt keine allgemein gültige Wahrheit, leider gibt es immer wieder Menschen, die das nicht akzeptieren wollen. Deshalb bekomme auch ich immer wieder Nachrichten auf Facebook, die ich in der Öffentlichkeit gar nicht wieder geben möchte. Besonders deshalb sind mir die nächsten Zeilen sehr wichtig. Zu glauben, dass ich über Zigarren blogge, um Geld zu verdienen ist, besonders in Österreich, eigentlich ein Witz. Ich habe bis dato keinen Cent verdient und ich gehe nicht davon aus, dass sich das ändert. Ich halte auch in Zukunft meinen Blog frei von Werbung. Ich kümmere mich nicht um Klickzahlen oder Ähnliches, alles was ich möchte ist zwei meiner Leidenschaften zu verbinden: Zigarren und Genuss

Ich freue mich über jeden, der meine Texte hilfreich oder amüsant findet. Wer meine Meinung nicht teilt, der wird auch nicht gezwungen weiter zu lesen, auch wenn ich hoffe, dass die Zahl geringer ausfällt. Wie viele andere habe ich meinen „Brot-Job“ um mir meine Leidenschaften zu finanzieren. Dank meinen mittlerweile guten Verbindungen zu Importeuren, Händlern, Blendern und auch einigen Blogger-Kollegen geht mir der Stoff dankenswerterweise nicht aus und es gibt auch in Zukunft genügend Dinge über die ich berichten kann.

Deshalb werde ich auch jetzt den Laptop beiseite stellen um mich wieder meinen Humidoren zu widmen, denn wenn ich über Zigarren schreibe, bekomme ich Lust zu rauchen. Und egal wie stressig die Zeiten auch sind, dieser Genuss wird mir immer die nötige Ruhe verschaffen um abzuschalten.

In diesem Sinne: Happy Smoking!

3 Comments

  • Antworten November 2, 2017

    Reimund Eisele

    „Für mich ist das Hinsetzten am Abend und das begleitende Rauchen eine Möglichkeit vom Tag Abstand zu nehmen, von all den Dingen, die uns den Blick für das Wesentliche rauben. Ich sitze einfach da und mir wird bewusst, dass noch Zeit vorhanden ist und anstatt diese Zeit wieder mit Tätigkeiten zu füllen, entscheide ich mich für die Stille und die Gelassenheit. Zug um Zug lege ich alles ab an Last, was mich tagsüber beschwert hat.“

    Bei allem, was sich bei mir um das Thema „Zigarre“ dreht, ist das zitierte wohl das entscheidenste.

  • Antworten November 26, 2019

    Nankl88

    Tatsächlich ist ein sehr amüsanter und interessanter Artikel zu lesen. Vor allem fand ich „Als mich die Zigarre fand“ interessant, denn auch bei mir war und ist es so…

    • Antworten Januar 13, 2020

      Klaus Hruby

      Vielen Dank für das tolle Feedback.

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