Scheiß Blogger – Ein Review entsteht

Fezuerzeug auf Notizbuch

Im Gegensatz zur öffentlichen Meinung sind wir Blogger nicht immer beliebt. Wir werden gerne als Möchtegern-Journalisten und Schreiberlinge bezeichnet, von „etablierten“ Printmedien belächelt und auch von so manchem Forum-König werden wir für inkompetent gehalten. Ich persönlich habe damit überhaupt kein Problem. Womit ich allerdings ein Problem habe, ist wenn man mir vorwirft von der Materie keine Ahnung zu haben, oder aber (Originalzitat) „nur auf einer Welle mit zu schwimmen, um Klicks zu generieren“. Solche Aussagen sind es eigentlich nicht mal wert ignoriert zu werden, jedoch bekomme ich so Etwas in letzter Zeit öfters zu hören und dachte mir ich nehme solche Kritik zum Anlass einen Beitrag zu verfassen, wie bei mir ein Review eigentlich entsteht.

Der erste Kontakt

Wie entscheide ich über welche Zigarre ich schreibe? Das frage ich mich tatsächlich ziemlich oft. Kurz gesagt, ich habe eigentlich kein System. Bei meinen diversen Streifzügen durch die Humidore des Landes lachen mich immer wieder Zigarren an, genau wie jeden anderen Raucher auch. Ich bekomme natürlich auch Empfehlungen von Raucherfreunden und mittlerweile auch von dem einen, oder anderen Importeur, genau wie von einigen Fachhändlern. Hin und wieder sind es aber ganz einfach Werbungen für neu angekündigte Zigarren, oder Reviews, die mich neugierig machen. Der Entscheidungsprozess an sich ist mir gar nicht bewusst. Das Budget spielt allerdings sehr oft eine Rolle 😉

Der erste Smoke ist entscheidend. Ich mach mir keine Notizen oder versuche krampfhaft die einzelnen Aromen zu ergründen. Wenn es ein besonderer Moment ist, dann weiß ich bereits beim ersten Smoke, dass es ein Review geben wird. Und um an dieser Stelle gleich mal Klarheit zu schaffen: Ich rauche von einer Zigarre über die ich schreibe mindestens fünf Exemplare, in seltenen Fällen drei Stück.

Die Recherche und das Tasting

Wenn ich eine Zigarre entdeckt habe, die mich beim ersten Smoke angesprochen hat, dann versuche ich mich so gut es geht über Hersteller, Erzeugung, Tabak und der Geschichte hinter dem Produkt zu informieren. Manchmal finde ich online passende Quellen, manchmal gibt es längere Telefonate mit Importeuren, oder auch mal mit den Blendern persönlich. Ich weiß, diese Informationen finden nicht immer direkt den Weg in meine Reviews, aber je mehr ich über eine Zigarre weiß, umso größer ist das Bild das ich bekomme und umso authentischer wird am Ende mein Beitrag (zumindest hoffe ich das).

Wenn die Tagesverfassung es erlaubt und die Stimmung passt, rauche ich dann immer wieder eine der zu probierenden Zigarren, um mich daran zu gewöhnen und sie auch in meinen Alltag zu integrieren. Eine der letzten Exemplare wird dann auf Herz und Nieren auf Aromen überprüft. Ich nehme mir dann sehr viel Zeit, habe mein Notizbuch bei mir und trinke lediglich Wasser als Begleitung. Diese Art der Verkostung habe ich seit meiner Ausbildung zum Sommelier beibehalten. Hin und wieder habe ich auch einige Stücke Weißbrot griffbereit um zwischendurch den Geschmack zu neutralisieren, auch Kaffeebohnen für den Geruchssinn habe ich eigentlich immer griffbereit.

Das Schreiben

Mir ist es wichtig dem Leser ein Gefühl zu vermitteln. Ich möchte, dass auch ein Nichtraucher die Texte ansprechend finden kann. Ich gebe mir die größte Mühe meine Reviews literarisch zu halten. So weit es mein bescheidenes Talent eben zulässt.

Wenn also die Phase des Testens vorbei ist, führe ich alles in einen Beitrag zusammen. In der Regel schildere ich mein Erlebnis des ersten Smokes, lasse aber die Informationen der Recherche und das Geschmacksbild und Aromaverhalten aus der Brot und Wasser Verkostung mit einfließen. Während der unterschiedlichen Phasen kann es durchaus sein, dass ich mich am Ende gegen ein Review entscheide. Nur wenn ich absolut überzeugt bin, lasse ich meiner Meinung freien Lauf. Im übrigen würde ich nie eine Zigarre verreißen, oder schlechtreden. Es ist durchaus möglich, dass eine Zigarre von der ich maßlos begeistert bin, jemand anderem überhaupt nicht schmeckt. Genauso ist es möglich, dass eine Zigarre, die ich absolut widerlich finde, für jemand anderen ein Hochgenuss ist.
Nie im Traum würde mir einfallen meinen Lesern vom Kauf einer Zigarre abzuraten, denn Reviews sind letztendlich immer nur persönliche Meinungen und Erfahrungen, egal wie man testet. Und ich habe nicht das Recht anderen Menschen meine Meinung auzuzwingen. Jedoch wenn ich etwas empfehle, kann ich zu 100 Prozent dazu stehen.

Klickzahlen, Werbung & Co.

Ich verdiene mit meinem Blog keinen Cent! Im Gegenteil, eher kostet er mich Geld. Im Regelfall bezahle ich meine Zigarren selbst und damit habe ich kein Problem. Nur in den seltensten Fällen werden mir Zigarren zur Verfügung gestellt. Ich könnte Werbung auf meiner Seite schalten, bei meiner Seitenstatistik könnte ich sogar etwas verdienen, aber ich möchte meine Seite so leserfreundlich wie möglich halten. Wer will schon Google-Adds beim Lesen sehen 😉

Ich schreibe über Zigarren weil es mir Freude bereitet. Geld verdiene ich in meinem Brotberuf, daher habe ich den Luxus mir meine eigene Meinung leisten zu können. Ich bin ein leidenschaftlicher Zigarrenraucher und alles was ich möchte, ist den Genuss mit meinen Leserinnen und Lesern zu teilen.

In diesem Sinne: Happy Smoking!!!

2 Comments

  • Antworten März 7, 2018

    Jürgen

    Seit einiger Zeit lese ich diese Texte und ich habe immer wieder meine Freude daran.Die Artikel finde ich vorurteilsfrei und immer mit Respekt geschrieben. Warum soll ich hier etwas kritisieren? Wenn mir etwas nicht passt, brauche ich es ja nicht zu lesen.Gut so das der Autor nicht immer die Meinung aller trifft, denn das wäre einfach nur langweilig.Und wer hier neidisch – auf was auch immer-ist, der kann doch selbst einen Blog betreiben

    • Antworten März 8, 2018

      Klaus Hruby

      Lieber Jürgen,

      vielen Dank für deine Worte. Es freut mich sehr, wenn dir mein Blog gefällt.
      Leser wie du motivieren mich jeden Tag aufs Neue.

      Dankeschön!

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